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Wie der Berliner das Französische voll integriert
und ein paar eigene Kreationen hinzugefügt hat


Ausgedrückt

Französische Leckerbissen

Das Vorhandensein von Wörtern ist eine Grundvoraussetzung zur Bildung von ganzen Sätzen. In Berlin gibt es neben dem Normal-deutschen Wortschatz und dem Berlinischen noch den französisch beeinflussten. Hier ein paar Leckerbissen:

Atschö! Tschö! Tschö-i! (Adieu = sinngemäß "Gott befohlen!")
Dieses Abschiedsgrußwort ist fast überall in der Variante "Tschüss" bekannt.

Malör (Malheur = Pech, Verhängnis)
Beispiel: Na so'n Malör aber auch! Ist dir ein Malörchen passiert? (Fast nur mit ironischem Anklang gebräuchlich und bedeutet meist nicht mehr als eine kleine Panne, wie ein Kleckerfleck oder ein Kratzer.)

Malesse (malaise = schwierig, Not, Unbehagen)
Beispiel: Da steckste aber ganz schön inner Malesse!
Bedeutung: Da steckst du offensichtlich in Schwierigkeiten.

Schisslaweng
(ainsi cela vint = so ging das vor sich)
Beispiel: Das mache ich mit Schisslaweng.
Bedeutung: Das mache ich mit Schwung, ausdrucksvoll und unbeschwert.
Variation:
Schietlaweng bedeutet etwas aufgehübscht genau das, was die jeweils erste Silbe eigentlich im Deutschen ausdrückt: Mist, Scheiße.

aus der Lameng (la main = die Hand)
Beispiel: Das mache ich aus der Lameng.
Bedeutung: Das schüttle ich aus dem Handgelenk, das ist ganz einfach.

pö-a-pö / Peu à peu = nach und nach, Stück für Stück
ist 1:1 aus dem französischen übernommen.

totschick (tout chique=modemäßig total angesagt) ist nicht mehr ganz en vogue

schwer von capé klingt zwar französisch, dürfte aber eher vom italienischen abgeleitet sein (capire = verstehen), und hat dann eine französisch klingende Endung verpasst gekriegt.
Beispiel: Bist du heute ja schwer von capé!
Bedeutung: Du verstehst ja heute gar nichts!

eins vor’n Deez kriegen (tete = Kopf)
Beispiel: Pass uff, sonst kriegste gleich eins vor’n Deez!
Bedeutung: Nimm dich in Acht, sonst hau ich dir auf den Kopf!

eins vor die Omme kriegen
Omme kommt nicht von frz. homme = Mann, sondern ist angeblich eine urberliner Erfindung: Omme = Kopf

Kneipier (= Kneipenwirt; sprich: Kneipjee): Eins der geläufigsten Beispiele für deutsche Wörter, denen eine französisch klingende Endung geschenkt wurde.

bonfortionös (Zusammensetzung aus bon = gut und fort = stark) berlinische Kreation mit französisch klingender Endung
Beispiel: Das ist mir zu bonfortionös!
Bedeutung: Das ist mir zu edel und abgehoben. 
Variante aus dem Bekanntenkreis: "Bomfunktionös" als Ausdruck für extrem überflüssige Geräte, die einem angeblich den Alltag erleichtern.

plümerant/blümerant  (bleu mourant = sterbendes Blau)  
Beispiel: Mir wird janz plümerant.
Bedeutung: Mir wird ganz  seltsam /schwindelig.
Wer wissen will, was „sterbendes Blau“  ist, wird überrascht sein: Das hat was mit Porzellan-Dekor zu tun! (...und ist ein ironischer Ausdruck für die süßliche Dekadenz des frühen Biedermeiers)

Momang (Moment = Augenblick, eingedeutschte Aussprache)
Beispiel: Einen Momang, bitteschön!

partu (partout = überall)
Beispiel: Das will ich partu nicht.
Bedeutung: Das will ich auf gar keinen Fall.

pardü (perdue=erledigt, kaputt) meist nur im zweiten Sinne gebraucht, wenn zum Beispiel die Vase herunterfällt:
"Die is perdü!"

direktemang  (directement = unverzüglich, ohne Umwege, Steigerung von direkt)
Beispiel: Jetzt geht’s aber direktemang ins Bett!

Bredullje (bredouille (gibt es wohl nicht als Einzelwort), revenir bredouille = unverrichteter Dinge zurückkommen)
Beispiel: Bring mich nich in’ne Bredullje!
Bedeutung: Bring mich nicht in Schwierigkeiten!

Ansonsten kann man im
Tolle (toile = Internet)
Beispiel: Ich geh mal ins Tolle.
verschiedenste Sammlungen zu diesem Thema finden, teilweise voneinander abgeschrieben und teilweise mit sehr voneinander abweichenden Erklärungen.

Weiterführende Links:

Wie das Französische nach Berlin kam, kann man auch hier nachlesen
Mehr zu den Eigenheiten und der Entwicklung der Berlinischen Sprache

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