Menschen Tiere Depressionen

Reste, die sonst nirgends reinpassten
Überbleibsel, Anmerkungen, Ausprobiertes


Ausgesiebt

Was bleibt
von dem, das nicht zur richtigen Zeit
am richtigen Ort war ...

Über das Wörtererfinden

Beispiel 1
Das Wort: Austreugen (aus treugen, sw. V.)

Der Ursprung:
Einmal um 1970 herum fand Jette einen Zettel auf dem Boden liegen, auf dem stand handgeschrieben nur ein einziges Wort. Kein Zusammenhang und kein Sinn. Also wurde schnell ein Sinn gefunden. Ein Sinn, für den es in der deutschen Sprache noch kein Wort gab. (Einen Sinn hatte das ursprüngliche Wort auch, wie Jette später durch detektivische Kleinarbeit herausfand: Es hieß eigentlich "anstrengen" und der Zettel stammt von einem Spiel.)

Der Sinn:
Das Wort austreugen ist ein Verb und bezeichnet einen komplexen Ablauf mehrerer durchaus variabler Einzeltätigkeiten.
Derartige komplexe Abläufe gibt es viele im täglichen Leben. Sie beginnen alle mit einem Überprüfungsvorgang und enden mit den demensprechenden Konsequenzen.
Beispiel:
a. Prüfen, ob die Kartoffeln schon gar sind, indem sie mit einem Messerchen gestochen werden und
b. je nach dem eine Entscheidung treffen, aus der folgt, dass

b1. entweder ein Wecker für die wahrscheinlich noch benötigte Restkochzeit gestellt wird oder
b2. das Wasser abgegossen wird und die Kartoffeln zur weiteren Verarbeitung, bzw. zum Verzehr hergerichtet werden.

Die Bedeutung von "treugen" ohne Präfix müsste noch geklärt werden.

Die Verbreitung:
Jette benutzt dieses Wort nun schon viele Jahre, hat es schon vielen Menschen erklärt, aber leider hat es bis heute keine, von ihr feststellbare Verbreitung gefunden.

Das allerneueste zu diesem Wort steht auf Jettes Merkzettel

Beispiel 2
Das Wort: Verschickern

Der Ursprung: Sechsjähriges Kind beim Basteln, Anfang der 90er Jahre

Der Sinn: Synonym für verschönern, aufhübschen

Verbreitung: inzwischen reichlich

Aus diesen beiden Beispielen könnte man den Schluss ziehen, je eigenständiger ein Wort und seine Bedeutung ist, desto schwieriger kommt es unters Volk. Handelt es sich hingegen um ein Wort, das keiner braucht, weils schon reichlich gleichbedeutende Wörter gibt und es handelt sich außerdem um eine Ableitung eines schon bekannten Wortes, dann verbreitet es sich zügig, weil über Bedeutung und Ursprung nicht weiter nachgedacht werden muss.

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